Cheyenne und die Schafe - oder ein Langhaarcollie, der hütet? - Hüteanlagentest 2009

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** 28. / 29.03.2009: Hüteanlagentest bei Christine Fischer**

Parallel zu meinen eigenen Aktivitäten hatte ich mich letzten Sommer mit einigen anderen Collieleuten in Bezug auf einen Hütetest ausgetauscht und festgestellt, dass das Interesse daran sehr groß ist. Auf die Empfehlung einer guten Bekannten, die mit ihrem Langhaarcollie erfolgreich hütet, nahm ich Kontakt zu Christine Fischer, Bordercollie-Züchterin und Hüteausbilderin auf

 

 

Cheyenne und die Schafe - oder ein Langhaarcollie der hütet? - Hüteanlagentest 2009

** 28. / 29.03.2009: Hüteanlagentest bei Christine Fischer**

Parallel zu meinen eigenen Aktivitäten hatte ich mich letzten Sommer mit einigen anderen Collieleuten in Bezug auf einen Hütetest ausgetauscht und festgestellt, dass das Interesse daran sehr groß ist. Auf die Empfehlung einer guten Bekannten, die mit ihrem Langhaarcollie erfolgreich hütet, nahm ich Kontakt zu Christine Fischer, Bordercollie-Züchterin und Hüteausbilderin auf und wir vereinbarten für 8 Teilnehmer mit Hund einen Termin Ende März bei ihr. Der Termin war innerhalb von wenigen Wochen schon komplett belegt.

Samstag früh um halb elf trafen wir uns dann zum Hüteanlagentest bei Christine Fischer. Wir, das war eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Colliezüchtern und - besitzern mit 7 Langhaarcollies unterschiedlichen Geschlechts, Alters und Zuchtrichtung sowie einem Bordercollie, die eines gemeinsam hatten: Alle wollten wissen, ob ihre Collies nicht nur dem Namen nach Hütehunde sind, sondern auch noch die Instinkte ihrer Urahnen in sich tragen.

Als erstes begannen wir mit dem theoretischen Teil, Christine Fischer erklärte uns die unterschiedlichen Arbeitsweisen beim Hüten.

Man unterscheidet zwischen Herdenschutzhunden und Hütehunden. Die Herdenschutzhunde, auch als Hirtenhunde bekannt, arbeiten völlig selbstständig an großen Herden, haben eine geringe Unterordnungsbereitschaft gegenüber Menschen sowie eine sehr hohe Reizschwelle. Sie sind sehr sozialisiert an die Schafe, will heißen, sie glauben, selbst ein Schaf zu sein und schützen die Schafe vor Dieben und Raubtieren, besonders nachts.

Bei den Hütehunden unterteilt man wiederum nach  Herdengebrauchshunden und Koppelgebrauchshunden. So werden Rassen wie der Deutsche Schäferhund, der Briard oder auch  der Beauceron, um nur einige Beispiele zu nennen, zu den Herdengebrauchshunden gezählt. Sie arbeiten meist an großen Schafherden und ihre Aufgabe besteht darin, die Herde zu begleiten, die Schafe auf der vorgesehenen Fläche zu halten und zu bewachen.

Kennzeichnend für den Herdengebrauchshund ist teilweise selbstständiges Arbeiten, beispielsweise wenn er „in der Furche geht“, das heißt, er läuft eine imaginäre Grundstücksgrenze ab und wehrt den Schafen den Übergang auf andere Geländearten, beispielsweise Weizenfelder o.ä. Herdengebrauchshunde haben eine gute Unterordnungsbereitschaft, eine niedrige Reizschwelle und sind misstrauisch gegenüber fremden Menschen und Hunden.

Außerdem gibt es noch die Koppelgebrauchshunde, zu denen der Border Collie, der Australian Cattledog, der Kelpie u.a. gezählt werden. Sie müssen in der Lage sein,kleine Tiergruppen einzusammeln und zur Herde zurückzutreiben. Koppelgebrauchshunde haben eine sehr hohe Unterordnungsbereitschaft gegenüber dem Menschen,einen geringen Schutztrieb und eine sehr niedrige Reizschwelle.

Wichtig beim Hüten ist die sogenannte 12 Uhr Position, das bedeutet, Hund und Hundeführer stehen sich gegenüber und zwischen ihnen befinden sich die Schafe.

Wenn die Schafe sich bewegen, müssen Hund und Hundeführer versuchen, die Schafe weiterhin in ihrer Mitte zu halten und sich immer gegenüber zu positionieren, damit die Schafe keine Möglichkeit haben, wegzulaufen. Und das war unser Tagesziel: Zu sehen, ob unsere Hunde diese Aufgabe mit uns meistern.

 

Hüteanlagentest 2009 Cheyenne vom Bopparder Hamm

 

 

Zunächst durften wir aber noch mit Hilfe eines großen Balls (der die Schafe darstellte)  auf einem Tisch die 12-Uhr Position üben.

Der Ball musste von zwei sich gegenübersitzenden Teilnehmern in der Mitte des Tisches gehalten werden. Einer der Teilnehmer übernahm die Rolle des Hundes und hielt den Ball mit einem Finger an seiner Position, während sein Gegenüber als Hundeführer den Ball mit zwei Fingern versuchte zu halten. War gar nicht so einfach. Als Steigerung mussten die zwei Teilnehmer den Ball dann gemeinschaftlich in eine bestimmte Richtung bewegen. Hier zeigte sich ganz deutlich, was passiert, wenn Hund und Hundeführer ihre Positionen nicht einhalten, die Schafe / der Ball rollen völlig unkoordiniert und ziellos über die Weide / den Tisch.  Nachdem wir also zumindest in der Theorie einigermaßen eingewiesen waren, ging es auf die Weide. Der Wettergott war uns leider nicht gut gesonnen, wir bekamen an diesem Tag das volle Programm :  Regen, Graupelschauer, Wind und dazwischen auch mal ein paar Minuten Sonne. 

Nun erwartete uns die Praxis: Zwei Langhaarcollies zeigten uns mit 4 Schafen, wie es aussehen kann, wenn Collies hüten. Beide Hunde waren schon recht geübt im Umgang mit den Schafen und man merkte ihnen an, dass sie schon sehr praxiserfahren waren. Besonders faszinierend für mich – einer der beiden Hunde hütete ohne einer Beller, dafür aber sehr energisch und druckvoll.

Anschließend kamen wir an die Reihe. Der erste Hundeführer ging mit seinem angeleinten Hund in einem großen Kreis um die Gruppe der 4 Schafe herum. Der Kreis wurde Stück für Stück enger gezogen, bis der Hund eine Reaktion, egal welche auf die Schafe zeigt. Im nächsten Schritt wird der Hund abgeleint, der Hundeführer gibt dem Hund ein Kommando, an seinem Platz zu bleiben und geht seinerseits auf die gegenüberliegende Seite der Schafe, so dass die Schafe sich nun zwischen Hund und Hundeführer befinden.  Der Hundeführer ruft nun seinen Hund zu sich.

Naturgemäß versucht der Hund, zu seinem Hundeführer zu kommen, aber da stehen ja nun die Schafe im Weg. Also wird der Hund als nächstes um die Schafe herumlaufen, um zu seinem Hundeführer zu gelangen. Und hier ist nun die Beweglichkeit des Hundeführers gefragt – er muss versuchen, die Schafe wieder zwischen sich und seinen Hund zu manövrieren. Und das ist gar nicht so einfach, denn der Hund ist in der Regel schneller als der Mensch und die Schafe ihrerseits sind bemüht, sich um den Menschen zu scharren.

Wenn der Hundeführer es erfolgreich geschafft haben sollte, die Schafe zwischen sich und seinen Hund zu manövrieren, musste er ja nun ebenfalls in Bewegung bleiben und möglichst mit den Schafen über die Koppel gehen. Die Schafsgruppe bestand aus einem erwachsenen und hüteerfahrenen Schaf sowie drei bis vier Jungschafen, die noch nicht so großen Respekt von den Hunden haben und daher auch öfters mal versuchen, auszubrechen. Um zu sehen, was der Hund machte,

war es also ratsam, rückwärts vor den Schafen zu gehen. Und das brachte so manch einen Hundeführer unverhofft zu Fall, wenn er über einen Maulwurfshaufen stolperte.

Einige Hunde umkreisten sofort die Herde und hielten die Schafe erfolgreich beim Hundeführer. Andere Hunde verstanden beim ersten Durchgang noch nicht so richtig, was Frauchen von ihnen wollte und blieben zunächst lieber bei ihrem Hundeführer. Aber auch diese Hunde zeigten spätestens beim zweiten Durchlauf, nachdem die Verständigungsprobleme zwischen Frauchen und Hund gelöst waren, ein instinktsicheres Hüteverhalten. Besonders hervorzuheben sei hier der Youngster unserer Gruppe:  Brianna, Cheyenne’s Tochter aus dem B-Wurf und eine Vollschwester zu Aragon vom Schwarzen Feuer, die mit ihren 8 Monaten schon mit Herz und Freude an den Schafen arbeitete.

Sehr erfreulich war auch die Tatsache, dass 6 von 7 Collies aus völlig unterschiedlichen Zuchtrichtungen Interesse und Geschick beim Hüten zeigten. Ob es die 3-jährige Hündin Cheyenne des sogenannten britischen Typs war oder aber der amerikanische Importrüde Laddy , meine 4-jährige Cheyenne, die zu dem Zeitpunkt in er 5.Woche tragend war. Oder die 6-Jährige Hündin Billie-Jean, genannt „BJ“, die im Obedience erfolgreich von ihrer Besitzerin Daniela Walzer geführt wird. Sie hatte anfangs etwas Probleme, ihre Aufmerksamkeit von Frauchen zu lösen, aber bald war der Knoten geplatzt und sie trieb  die Schafe erfolgreich immer wieder zu Daniela zurück. Laddy, der amerikanische Importrüde von Alex Grosenick, zeigte wiederum von Anfang an ausschließlich große Begeisterung für die Schafe und nicht wie von Alex befürchtet, für die unseren Test begleitenden Bordercollierüden von Christine Fischer. Die Hündin Cheyenne ( Namensschwester zu meiner Cheyenne) aus der Zucht von Bärbel Bartels war ebenfalls mit viel Herz bei der Sache, sie riskierte es sogar, den Schafen Auge in Auge gegenüberzutreten, was wirklich viel Selbstsicherheit von einem Hund erfordert. Die meisten Hunde nähern sich den Schafen lieber von hinten.

Über „unseren" Bordercollie Justin braucht man nicht viel Worte verlieren – ihm war vom ersten Moment an klar – das ist seine Welt – und seine Hundeführerin Sandra hatte „nur“ alle Hände voll zu tun, seinen Elan in die richtige Richtung zu lenken, was sie auch erfolgreich schaffte.

Auch bei „meiner“ Cheyenne war der erste Durchlauf nicht so berauschend – sie war wie auch Daniela Walzers Billie-Jean, mehr auf mich als auf die Schafe konzentriert.  

Allerdings war mir danach klar - es lag weniger an Cheyenne als an mir, dass es nicht so lief, ich musste mich mit den Schafen einfach mehr bewegen.

Beim zweiten Durchlauf sah es dann wesentlich besser aus – um es mit den Worten von Christine Fischer zu sagen – ich rannte um mein Leben, erst um die Schafe herum und dann gemeinsam mit den Schafen – und Cheyenne „erkannte“ ihren Job wieder. Kein Schaf durfte ausbrechen, sie wurden sofort wieder von ihr zurückgeholt.

Interessant für mich – an der großen Schafherde hatte Cheyenne nach ein paar kurzen Ermahnungen ohne jegliches Gebell gearbeitet – hier setzte sie ihre Stimme lautstark ein. Viele behaupten, der Langhaarcollie setze seine Stimme deshalb ein, weil er nicht wie die Bordercollies mit den Augen hüten kann.

Skippy, die Hündin amerikanischer Zuchtrichtung von Alex Grosenick, gehörte ebenfalls zu den Hunden, die beim ersten Mal noch Probleme hatten zu verstehen, was Frauchen da von ihnen will, aber beim zweiten Mal spätestens war alles gut.

Danny, Sandra und ich hatten aufgrund der weiten Anfahrt in Coppenbrügge übernachtet und am nächsten Morgen noch einen dritten Durchgang mit Brianna, BJ, Justin und Cheyenne gemacht.

Brianna wuchs geradezu über sich hinaus- Christine Fischer sagte, sie wäre weitaus weiter als manch ein Bordercollie mit 8 Monaten und arbeite auch wesentlich ernsthafter – sie riskierte dann auch mal  einen herzhaften Griff in die Schafwolle. BJ und Cheyenne waren voller Begeisterung dabei, (nun war ja die Kommunikation zwischen Zwei- und Vierbeiner geklärt) und Bordercollie Justin, der machte seine Arbeit wie ein alter Hase.

Meine persönliche Schlussfolgerung aus diesem Wochenende: Langhaarcollies sind alles andere als Sofahunde, sie sind eine enorm anpassungsfähige und vielseitig einsetzbare Rasse. Diese Hunde sind sehr lernfreudig und als wirkliche Allrounder begeisterungsfähig für viele Arten von Beschäftigung. Natürlich passen sie sich leider ebenso an, wenn sie nicht gefordert werden – schade nur um die vielen schönen Eigenschaften des Collies, die da im Verborgenen verkümmern. Tja, und das Hüten….es macht wirklich süchtig, da waren nicht nur die Hunde voll bei der Sache, auch die Zweibeiner waren fasziniert und ich denke, es war ganz sichernicht der letzte Hüteanlagentest gewesen.

 

Hüteanlagentest 2009 Cheyenne vom Bopparder Hamm  Hüteanlagentest 2009 Cheyenne vom Bopparder Hamm

 

*** 03.01.2008: ***

Leider mussten wir eine Zwangspause im Hütetraining einlegen, zuerst war ich krankheitsbedingt zwei Wochen außer Gefecht gesetzt und anschließend kamen die Schafe in den Stall. Aber im Frühjahr werden Cheyenne und ich auf alle Fälle weitermachen.

*** 22.11.2008 ***

Die dritte Ausbildungsstunde für Cheyenne in Sachen Schafe hüten. Ich muss mich übrigens korrigieren - die Herde, an der wir arbeiten, umfasst nicht, wie oben angegeben etwa 50 Schafe, sondern ungefähr 280 Schafe plus ca. 50 Lämmer.  Heute soll die Herde auf einem schmalen Grasstück weiden. Auf der einen Seite war die natürliche Grenze ein Bach, auf der anderen Seite lief Cheyenne in der Furche, um vorwitzigen Schafen den Übergang auf das angrenzende Feld zu wehren. Rex sicherte indessen die andere Seite. Cheyenne war heute sehr aufgedreht, nun weiß sie ja schon, was sie erwartet und sie hat ganz offensichtlich großen Spaß dabei. Unsere heutige Aufgabe bestand darin, das Wechseln vor der Herde zu üben. Dabei muss der Hund auf Hör- und Sichtzeichen die Furche verlassen und in weitem Bogen vor der Herde die Seite wechseln, um auf der anderen Seite beispielsweise wieder in die Furche zu gehen.  Die Übung ist für den Hund anfänglich etwas schwierig, da es ja keine optischen Orientierungspunkte wie bei der Furche gibt.Wir trainierten also immer mal zwischendurch das Abbiegen auf Kommando und als Auflockerung anschließend  die nun schon für Cheyenne vertraute Furche. Was mir auffiel, sie hat nun auch verstanden, dass sie zwar die Schafe "strafen" darf, wenn diese aus dem ihnen zugedachten Gelände heraustreten, aber anschließend nicht weiter in die Herde stoßen soll. Auf Hörzeichen drehte sie dann sofort wieder ab.

Als nächstes sollte ich mich mit Cheyenne frontal vor die Herde stellen und mit ihr gemeinsam auf die Herde zugehen, damit Cheyenne merkt, dass die Schafe weichen, wenn sie voran geht. Außerdem setzte ich sie vor der Herde ab und entfernte mich ein Stück. Die Hausaufgabe für das nächste Mal besteht nun darin, einmal den Wechsel vor der Herde, also das Kommando "Geh rüber", trocken zu üben und die Kommandos "Steh" oder "Sitz" aus der Entfernung einzutrainieren.  

Mir ist mittlerweile auch klar, weshalb unser erster Hüteversuch vor einem Jahr bei einem bekannten Border-Collie-Ausbilder kläglich scheiterte - sowohl Aragon als auch Cheyenne zeigten damals überhaupt kein Interesse an den Schafen.

Nun ist es so, dass in der Hütewelt zwischen Herdengebrauchshund und Koppelgebrauchshund unterschieden wird. Der Border-Collie gehört zu den Koppelgebrauchshunden und arbeitet anders als der Herdengebrauchshund, zu denen beispielsweise der Altdeutsche Schäferhund gehört. Bei unserer ersten Exkursion wurden also unsere Hunde auf ihre Eigenschaften als Koppelgebrauchshund getestet,  analog der Border-Collies. Es scheint jedoch, dass Cheyenne und auch Aragon mehr die Arbeit des Herdengebrauchhundes liegt, denn da zeigen beide Hunde ganz offen ihre Arbeitsfreude und Einsatzbereitschaft.

*** 15.11.2008: ***

Endlich war es soweit - durch einen glücklichen Zufall ( der Zufall hat manchmal auch einen Namen, in meinem Fall hieß er Hans ) hatte ich nach langer vergeblicher Suche ( welcher Schäfer traut schon einem Collie zu, dass er hüten kann) eine Schäferin in meiner Umgebung gefunden, die sich bereit erklärte, Cheyenne's Hüteinstinkte auf die Probe zu stellen. Zugegeben, ich hatte ein Nest voller Hummeln im Bauch, es war ja immerhin auch gut möglich, dass der von mir bei Cheyenne vermutete Hütetrieb nur auf einem Wunschdenken meinerseits beruhte. Aber Angriff ist die beste Verteidigung und ich wollte es ja wirklich wissen, also waren wir pünktlich früh um um halb zehn bei der Schäferei. Die Schäferin empfing uns freundlich und wir fuhren hinaus zu der Schafherde. Sie hatte ihren eigenen Hütehund ebenfalls mitgenommen, einen Border-Mix namens Rex. Außerdem waren noch meine Tochter Marie und der vierjährige Sohn der Schäferin mit von der Partie.

Um erst einmal zu sehen, wie Cheyenne auf die Schafe reagierte, ließen wir sie frei an die Herde, die aus ca. 50 Schafen besteht, Mutterschafe mit Lämmern. Sie versuchte, die Herde laut bellend zu umkreisen und fand das alles zwar super interessant, war aber offensichtlich etwas ratlos, was sie nun mit den Schafen anstellen sollte. Im nächsten Schritt lief sie an der langen Schleppleine und wir begannen damit, dass sie lernte in einer "Furche" zu laufen- das heißt, an einer imaginären Linie entlang der Schafherde. Gleichzeitig versuchte ich ihr, das Bellen abzugewöhnen, da das die Herde ziemlich unruhig machte. Cheyenne lernte schnell, für ihr Alter sehr schnell, wenn man bedenkt, dass die Ausbildung eines Hütehundes normalerweise bereits im Alter von ca. 14 Wochen beginnt, also auch eine beachtliche Leistung.

"Diagnose" der Schäferin nach Cheyenne's erstem Tag an den Schafen : Sie hat Hütetrieb und lernt gut - wir machen nächste Woche weiter. Gestern früh, eine Woche später,  fuhren wir das zweite Mal hinaus an die Herde. Dieses Mal durfte Cheyenne frei in der Furche laufen, es klappte ganz hervorragend, auch das Bellen hatte sie komplett eingestellt - konzentrierte sich nur auf die Herde und lief mit einer Energie und Ausdauer immer wieder an der Herde entlang und wieder zurück. Erstaunlich auch für mich, wie gut sie sich von mir löste. Die Schafe ließen sich gut von ihr zurückdrängen, wenn sie die imaginäre Grenze überschritten, ruhig und besonnen machte sie ihren Job als "Beihund", währenddessen Rex als "Halbenhund" die andere Seite absicherte.

Unsere Schäferin war regelrecht begeistert, (ich übrigens auch) wie schnell Cheyenne das Gelernte umzusetzen verstand, nun wissen wir also auch, woher Aragon seinen Hütetrieb hat. Nächsten Samstag werden wir wieder bei der Arbeit an den Schafen helfen und das nächste Kapitel in der Ausbildung eines Hütehundes beginnen.

 

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